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… und unversehens unsere alte Liebe zu „linken Zusammenhängen“ wiederentdeckten
Montag, 30. November 2009, 19 Uhr
Max & Moritz
Oranienstr. 162
Berlin-Kreuzberg
Die freie und Hansestadt hat ein Problem, das sich für die am meisten nach Freiheit dürstenden ihrer Bürger zu einem mittleren Erdbeben hätte auswachsen können. Es lässt sich, seit am 19. November bei Spiegel-online ein Interview mit Claude Lanzmann erschienen ist, nicht mehr leugnen: Hamburgs Linke hat in ihrer Mitte seit vielen Jahren einen Haufen brandgefährlicher Linksnazis. Es sind sogenannte autonome Antiimperialisten, die ungestört in ihrem Infoladen B 5 den Hass auf Israel, die Zionisten und solche Hamburger pflegen, die sich dem palästinensischen Volkssturm und deutscher „Israelkritik“ entgegenstellen. So wurden nicht erst die Besucher von Lanzmanns Film Warum Israel am 25. Oktober am Betreten des Kinos gehindert und auch geschlagen. Wer als Freund Israels der antisemitischen Kiezmiliz auffällt und auch noch in St. Pauli wohnt, dem kann es geschehen, dass er beobachtet, verfolgt, gestellt und zusammengeschlagen wird. Das geht seit spätestens dem Frühjahr 2004 (vorher waren Freunde Israels in Hamburgs Szenevierteln fast unbekannt) so, und jeder weiß dies. Seit es wegen des Lanzmann-Interviews das ganze Land weiß, gibt es nichts mehr wegzulügen. So schien es.
Jetzt wird alles anders, so hätte man hoffen können. Ihre Schande ist öffentlich geworden und Hamburgs Linke können ihre schützende Hand nicht mehr über den B 5-Laden halten, sie müssen wenigstens diesen allzu offensichtlichen Ausdruck der eigenen Gesinnung fallen lassen. Endlich ist es für Gegner des Antisemitismus und des Israelhasses möglich, so stand zu hoffen, gegen den Infoladen B 5 vorzugehen wie gegen jedes andere Nazi-Zentrum auch. Endlich, so keimte Hoffnung auf, würden Polizei und Presse mit Informationen über dieses Gesindel versorgt, gegen einzelne Schläger Strafanzeige gestellt und unter dem Ruf „rote Nazis raus!“ Demonstrationszüge Richtung Brigittenstraße ziehen.
In Hamburg aber soll alles beim Alten bleiben. Ausgerechnet diejenigen, die von den B 5-Schlägern bedroht und misshandelt wurden, verweigern, wie jeder gute Autonome auch, Aussagen bei Polizei und Justiz, die der Identifizierung und Aburteilung der Täter dienlich wären. Ausgerechnet die „Freunde Israels“, die darin gehindert wurden, sich den Film von Claude Lanzmann anzusehen, haben sich geweigert, die Polizei zur Hilfe zu holen, um so die Filmvorführung zu ermöglichen. Es kam noch schlimmer: Unter dem kryptisch-illiteraten Titel „Antisemitische Schläger unmöglich machen – auch von links“ (Originaltext samt Unterschriftenkartell unter http://b-g-h-u.blogspot.com/) ist ein Bündnisaufruf erschienen, unterschrieben auch von vielen Leuten, die der Redaktion freundschaftlich verbunden sind, der Lanzmann verhöhnt und die Israelsolidarität aus dem einzigen Grund preisgibt, weil man es sich mit der Linken nicht verderben will. Aus dem einzigen Grund, weil man ausgerechnet von gewaltfreien Antisemiten Schutz gegen gewaltbereite erwartet, weil man im Mistloch der linken Gnade sich wälzen will, statt ihnen als ein Ausdruck einer Sache dort, wo es sich anbietet, den Rest zu geben.
Hier sei nur ein Beispiel gegeben. Im Aufruf heißt es: „Wir halten es für unerträglich dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren, um missliebige Veranstaltungen zu Israel zu unterbinden.“ Ein Satz und drei Gründe ihn niemals zu unterschreiben. Da gibt es gar nichts im Sonntagsreden-Deutsch der Funktionärskaste für unerträglich zu halten, da hätte der Aufruf Not getan, alles dafür zu unternehmen, dass die B 5 geräumt wird. Auch ist es keineswegs unerträglich, sondern in der Natur der linken Sache liegend, „dass Linke sich als antisemitischer Kampftrupp formieren“. Und die Präsentation von „Warum Israel“ wird plötzlich zu einer „missliebigen Veranstaltung zu Israel“ kleingeredet, dabei gibt es wohl keinen flammenderen Appell für Israel als eben diesen Film von Claude Lanzmann.
Das ist nur ein Satz unter vielen, die so unerträglich sind, dass sie als Text gewordenes Monument der Schande von eben auch israelsolidarischen Gruppen so leicht nicht vergessen zu machen sind.
Die Redaktion fragt sich: Wie konnte das geschehen? Die Redaktion fragt sich auch: Was ist da zu tun? Eine Antwort, als dringender Appell an unsere Freunde sei vorausgeschickt: Unterschreibt diesen Hamburger Aufruf nicht, beziehungsweise zieht Eure leichtfertig gegebene Unterschrift öffentlich zurück! Lest diese Schandschrift mit den Augen des Ideologiekritikers, der doch notwendig ein Sprachkritiker sein muss!
Alles Weitere wird Justus Wertmüller In seinem Vortrag ausführen.
Einführung und Moderation von Tjark Kunstreich.
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Dieser Artikel ist Teil der neuen Ausgabe der PRODOMO – Zeitschrift in eigener Sache
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„Duisburg ist die westlichste Großstadt des Ruhrgebietes, Universitätsstadt, Oberzentrum des Niederrheins und mit knapp 500.000 Einwohnern 15-größte Stadt Deutschlands“, prahlt das Internetportal der Stadt Duisburg. Dass nur jeder dritte Einwohner einen sozialversicherungspflichtigen Job hat, dass die Innenstadt trostlos und das kulturelle Angebot armselig ist, verschweigen die Werbebeauftragten der Stadt verständlicherweise. Immerhin hat man in den letzten Jahren versucht, Duisburgs Image als heruntergekommene und verlassene Ex-Rhein-Ruhr-Metropole aufzupolieren und verweist stolz auf den schick hergerichteten Landschaftspark, in dem sich Besucher von Ruhrgebietsromantik umschmeicheln lassen können, oder auf den teuer sanierten Innenhafen, der als Flaniermeile gedacht ist, obwohl eine nennenswerte Zahl von Gästen nach wie vor ausbleibt. Die Universität, mittlerweile mit der Essener zusammengelegt, wird in erster Linie von Pendlern besucht, die gerne noch ein wenig länger im „Hotel Mama“ wohnen bleiben wollen und deshalb viermal die Woche mit Bus und Bahn in die nahe gelegene Großstadt brausen.Angesichts dieses deprimierenden Klimas erstaunt es wenig, dass Duisburgs Linke lieber die Augen vor dem heimischen Elend verschließt und stattdessen in die Ferne schweift, wo die Menschen vermeintlich noch für eine bessere und vor allem würdigere Zukunft kämpfen. Dass jedoch ausgerechnet die Basken oder gar Palästinenser und andere islamische Nazis die Projektionsgelüste der Duisburger Linken befriedigen sollen, ist aus dem Zustand der „15-größten Stadt“ alleine nicht zu erklären. Der Antiimperialismus, von dem hier die Rede ist, steht im Kontext einer internationalen Bewegung, deren Wahn sich gleichermaßen einem fetischistischen Antikapitalismus wie einer sich völkisch artikulierenden Zivilisationsfeindschaft verdankt, die zu analysieren Aufgabe kritischer Gesellschaftstheorie ist.Auf letzteres soll an dieser Stelle dennoch verzichtet werden. Stattdessen soll das Material für eine zu leistende kritische Analyse herausgearbeitet, d.h. Aufklärung über die ganz und gar hässlichen Umtriebe der Duisburger Linken betrieben werden, deren besonders radikale Ausformung antiimperialistischer Ideologie und Praxis als exemplarischer Ausdruck eines real existierenden und sich immer weiter ausformenden Bündnisses von Linken und radikalen Moslems anzusehen ist.Der ehemalige Oberbürgermeisterkandidat der Linkspartei zum Beispiel, Hermann Dierkes, empfahl zur Unterstützung der Palästinenser öffentlich einen Boykott israelischer Waren (WAZ, 24.2.09) und rechtfertigte sich, nachdem er u. a. von Seiten des Zentralrats der Juden in Deutschland kritisiert wurde, in einem Interview mit der radikal-islamischen Website Muslim Markt: „An meiner langjährigen Kritik an der israelischen Politik gegen die Palästinenser – und auch seine anderen Nachbarn – habe ich nicht einen Millimeter zurück zu nehmen.“ [1] Dierkes, dem von seiner Partei auch weiterhin der Rücken gestärkt wird, wusste deshalb in dem Interview auch davon zu berichten, dass „der Zionismus durch seine Unterdrückungspolitik Antisemitismus fördert“ und die „Keule ‚Antisemitismus’ als ganz gefährliche politische Waffe“ von einer zionistischen Lobby eingesetzt wird, über die Norman Finkelstein – „obwohl selbst Jude“ – bereits alles nötige gesagt habe.Ein anderes Beispiel für die Widerlichkeiten, von denen man gehofft hatte, dass sie mit dem Niedergang des Ostblocks verschwinden würden, ist die Website „Kommunisten Online“ von Günter Ackermann, der übrigens keinen prominenten Verwandten in der Schweiz hat. Ackermann sieht sich als Wahrer des marxistisch-leninistischen Erbes und kämpft seit Jahren unerbittlich für „den Aufbau der Kommunistischen Partei Deutschlands“. Sinn und Zweck dieser Partei dürfte, legt man die Veröffentlichungen ihres Vorkämpfers zugrunde, vor allem die Eliminierung des „antideutschen faschistischen Lumpenpacks“ [2] sein, dem er etwa die Hälfte aller Einträge widmet.
Sind die Auslassungen Ackermanns aufgrund der sich in ihnen artikulierenden offenkundigen geistigen Umnachtung noch halbwegs amüsant, so sehr machen die Umtriebe eines „Vereins für Demokratie von unten“, der unter dem Namen „Initiativ e.V.“ berühmt-berüchtigt geworden ist, deutlich, dass noch der größte Irrsinn gefährlich sein kann, wenn er zur Tat schreitet. Diese antisemitische Zirkustruppe, die aus nicht einmal zehn Personen besteht, schafft es mit einer Periodizität in die Bücher des Nordrhein-Westfälischen Verfassungsschutzberichtes, dass man mutmaßen könnte, sie sei als Zwei-Euro-Job extra geschaffen worden, um der Beschäftigungslosigkeit der Überwachungsbehörden vorzubeugen. Einige Mitglieder des Zusammenschlusses [3] leben zwar auch in Köln, Bonn und Berlin, er hat aber seine Basis nach wie vor in Duisburg, von wo aus er regelmäßig seine antisemitischen und antiamerikanischen Kampagnen und Aufmärsche vorbereitet. Berühmt wurde der Verein nicht zuletzt durch regelmäßige körperliche Angriffe auf Antifaschisten, die gegen die antisemitischen Pro-Intifada-Umzüge des Initiativ e.V. protestiert hatten. Seit Ende 2005 veränderten die Kameraden dann ihre Strategie weg vom Kampf um die Straße hin zum Kampf um die Köpfe – und zwar vor allem diejenigen, die islamisch ticken. Neben dem next door burka girl, das der Initiativ e.V. mit seinen Plakaten und Aufklebern umwirbt, strebt die Vereinigung vor allem die Zusammenarbeit mit radikalen Moslems an, die als militante Speerspitze des antiimperialistischen Kampfes bewundert werden. Hauptansprech- und Bündnispartner sowie eine Art Einstiegsdroge in die islamistische Szene für die Aktivisten des Initiativ e.V. ist der Verein HDR (Human Dignity & Rights), der bis Ende 2008 ein Büro am Duisburger Innenhafen betrieb. Dort fand neben regelmäßigen politischen Schulungen auch die Planung für pressewirksame Aktionen statt. Geführt wurde das Büro von dem bis heute in Duisburg-Hochfeld ansässigen Murat Yilmaztürk. Yilmaztürk ist nicht nur der erste Vorsitzende des islamischen Vereins, sondern arbeitete bis Mitte 2007 als Dolmetscher für Duisburger Polizeibehörden und Gerichte. [4] Der HDR ist ein deutscher Ableger der türkischen links-islamischen Organisation „Özgür Der“. [5] Sie verfolgt das Ziel, aus der Türkei eine islamische Republik zu machen. Darüber hinaus begreift sie sich als Teil der Umma und hat sich folgerichtig die Vernichtung des Staates Israel auf die grüne Fahne geschrieben. Deshalb unterhält „Özgur Der“ unter anderem enge persönliche Kontakte mit Vertretern der Hamas, die immer wieder zu gemeinsamen Aktionen, z.B. Geldsammlungen und Veranstaltungen, führen.
Wie jede freie Kameradschaft ist auch der deutsche Ableger von „Özgür Der“, der HDR, auf Netzwerke angewiesen. Neben den altbewährten Betätigungsfeldern innerhalb der deutsch-islamischen Community, also Agitationsversuchen in Milli Görüs-Moscheen und bei Veranstaltungen islamischer Konkurrenzvereinigungen, erkannte die Organisation relativ schnell die regressive Sehnsucht derjenigen deutschen Linken, die sich für autochthone Völker und Antisemitismus begeistern können. Der Initiativ e.V. stellte sich rasch als einer der vielversprechendsten Kandidaten für eine Konversion zum Jihad heraus. Gedrängt von der österreichischen Zentrale, der „Antiimperialistischen Koordination“, doch endlich mal den Schulterschluss zu attraktiven Migrantentruppen zu suchen, ging der Initiativ e.V. bereitwillig auf die Offerten des HDR ein und schätzte sich ob der Verankerung in der islamischen Community glücklich. Doch verlief die Zusammenarbeit zu Beginn nicht so problemlos, wie man gedacht hatte: So galt es 2004 bei einem Naziaufmarsch in Duisburg, die linke Anhängerschaft dazu zu überreden, auf einen rosa Block aufgrund islamischer Befindlichkeiten zu verzichten. Der Erfolg dieser Forderung war mäßig und so liefen dem Initiativ e.V. die Demonstranten davon.
Überhaupt lässt sich konstatieren, dass sich die Duisburger Antiimperialisten im Zuge ihrer Zusammenarbeit mit islamischen Organisationen nicht nur Freunde gemacht haben. Nach langem Zögern sind einige linke Gruppen von ihren ehemaligen Genossen abgerückt, so dass letztes Jahr sogar ein Bündnis antifaschistischer Gruppen bei der Roten Hilfe einen Antrag zur Entziehung aller finanziellen Unterstützung für den Initiativ e.V. einreichte, der aber letztendlich aufgrund des antiimperialistischen Konsenses bis in den Bundesvorstand hinein zum Scheitern verurteilt war. Die Rote Hilfe zog den Antrag im Hinblick auf eine vermeintliche “Grundsatzdebatte” zurück.
Allerdings muss berücksichtigt werden, dass die Demokraten „von unten“ sich als Avantgarde einer weltweiten Bewegung wissen, weshalb Misserfolge beim Kampf um die Massen sie ohnehin nicht von ihren Vorhaben abbringen können. Im Gegenteil: Je erfolgloser die eigene Politik ist, umso mehr wirft man sich den immer barbarischeren Gruppen an den Hals – von der Hizbollah über die Hamas und die ETA bis zu al Kaida, die völlig zu Recht als Bestandteil des “irakischen Widerstands” betrachtet wird. Doch der Hauptverbündete war nach wie vor der HDR: Intensiviert wurde die Zusammenarbeit der Antisemiten durch die jährlich stattfindenden Aufmärsche in Duisburg zum Jahrestag der Intifada (2005 in Köln, danach immer in Duisburg), den Jahrestag des „Überfalls“ auf den Irak sowie den Antikriegstag. Wo immer sich die Gelegenheit bot, gegen Israel und Amerika auf die Straße zu gehen, die türkischen Importbräute liefen mit den heiratswilligen Deutschen vom Initiativ e.V. mit.
Der vorläufige Höhepunkt der gemeinsamen Aktivitäten war Mitte 2006 erreicht: In regelmäßigen Abständen traf sich eine „Arbeitsgruppe“ von Initiativ e.V. und HDR am Flachsmarkt in den Räumlichkeiten des HDR. Dort gab es für die unbedarften deutschen Freunde Nachhilfeunterricht in Sachen Scharia, ferner galt es davon zu überzeugen, Judenfeindschaft, Homophobie und das Kopftuch als gottgegeben zu akzeptieren. Noch war den sich selbst als Linke verstehenden Aktivisten des Initiativ e.V. der Islam zwar irgendwie dubios, aber die Missionierungsarbeiten führten trotzdem nicht dazu, dass die Zusammenarbeit beendet worden wäre. Denn die weitere Arbeitsteilung gestaltete sich derart, dass der HDR alles, was der Initiativ e.V. organisierte, bezahlte.
Doch der HDR gab selbstverständlich nicht auf und sich auch nicht damit zufrieden, Sponsor einer etwas spleenigen Gruppe junger Leute zu sein. Wie im Gazastreifen, so ist auch in Duisburg die Almosenvergabe an Bedingungen geknüpft; der Geldgeber verlangt eine Gegenleistung. Diese Gegenleistung soll die Konversion zum Islam sein und der HDR bemüht sich verstärkt, den Freunden vom Initiativ e.V. das islamische Leben auch privat näher zu bringen. Als Appetithappen bot man der einzigen Frau im Verein „von unten“ an, sich arbeitstechnisch in die betriebseigene Frauensektion einzubringen – was sie, überzeugt von der Wichtigkeit ihres Tuns, auch einige Monate tat. Doch beim Initiativ e.V. handelt es sich nun mal nicht um bloße Wasserträger, sondern um Überzeugungstäter, die ihren Antiimperialismus für den „richtigen“ halten, den der Moslems dagegen nur für einen „prinzipiell richtigen“. Deshalb versuchte man seinerseits, den HDR auf Linie zu bringen. Im Februar 2007 fand im ehemaligen Gebäude des Neuen Deutschland eine „Irakkonferenz“ statt, die vom Initiativ e.V. mitorganisiert worden war. Man lud dorthin – im Wissen, dass diese Art von Zusammenkommen auf die HDRler wie Thalidomid wirken könnte – zwei Vertreter des HDR ein. Das nächste geplante Großevent, eine so genannte Widerstandskonferenz in Italien, sollte dann endlich das Arkanum deutsch-islamischer Verbundenheit werden. Die Aussicht, z.B. mit der Irakisch Patriotischen Allianz (IPA) zu Abend zu beten, ließ sich der HDR nicht nehmen. So flog u.a. der Duisburger Murat Kurt nach Terme Chianciano. Dort war zwar der Österreicher Wilhelm Langthaler (AIK) durchaus um seine türkischen Freunde bemüht, aber mehr als eine Grußbotschaft auf Papier zu bringen, bot er ihnen dennoch nicht an. So kam es zu einer Verstimmung zwischen den Vertragspartnern, die gar soweit ging, dass der HDR sich kurzfristig aus dem Duisburger Bündnis gegen Rechts zurückzog.
Zur Versöhnung – aber wohl nicht nur deshalb – nahmen Vertreter des Initiativ e.V. Ende 2007 am Al-Quds-Tag in Duisburg-Hochfeld teil. Zusammen mit knapp tausend radikalen Moslems lauschten sie u.a. der Live-Schalte mit dem Hamas-Führer Ismail Haniyya, der den Anwesenden versprach, dass Jerusalem bald wieder judenrein sein wird. Bei dieser für den Initiativ e.V. durchaus attraktiven Aussicht ließ man es sich gerne gefallen, nur einen Sitzplatz bei den Frauen, Kindern und anderen aus islamischer Sicht Minderwertigen zu haben.
Bis heute ist das Verhältnis zwischen dem HDR und dem Initiativ e.V. geprägt von Annäherung und Distanz. Wann immer es gilt, ein Opfer von Islamophobie zu präsentieren, steht der HDR Gewehr bei Fuß. Im Gegenzug organisiert der HDR die muslimischen Kohorten für die linken Aufmärsche und lässt sich gegebenenfalls auch nicht lange bitten, die eine oder andere Geldleistung zu erbringen. Aktuell betreibt man gemeinsam ein Bündnis, das sich „Stoppt die Hetze“ (SdH) nennt – gemeint ist natürlich die der Islamgegner. Dieser Zusammenschluss trat bereits des Öfteren bei medienwirksamen Veranstaltungen auf. So etwa bei den Protesten gegen den „Antiislamisierungskongress“ von Pro Köln, als SdH bei einer „symbolischen“ Menschenkette um die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld mitmachte. Auch auf rein islamischen Volksfesten treibt er sich herum, wie zuletzt in Düsseldorf, als die Kiezgröße Pierre Vogel die Märtyrerin und Schwester im Islam, Marwa El-Sherbini, abfeierte. Murat Yilmaztürk vom HDR sorgte persönlich dafür, dass die mit der Naziparole „Kein Blut für Öl“ geschmückten Elendsgestalten zwischen ihren Brüdern und Schwestern im Geiste Flugblätter des Bündnisses verteilen durften. Als Dank dafür holte der Initiativ e.V. dann Pierre Vogels „Muslime gegen Rechts“ [6] für die Gegendemonstration anlässlich des Naziaufmarsches am 5. September nach Dortmund ins Boot. Warum Pierre Vogel und seine deutschen Steigbügelhalter am Antikriegstag ausgerechnet gegen den braunen Mob demonstrierten, anstatt ihn für den antiimperialistischen Kampf zu rekrutieren, bleibt wohl ihr Geheimnis. Aber wer weiß, was da noch kommen mag. Das Kundgebungsmotto der Nazis jedenfalls war sowohl HDR- als auch Initiativ e.V.-tauglich: „Gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“.
Georg Domkamp
Anmerkungen:
[1] http://www.muslim-markt.de/interview/2009/dierkes.htm
[2] http://www.kommunisten-online.de/Diversanten/kriegshetzer2.htm#Kampf%20den
[3] Anm. d. Redaktion: Die Namen der Mitglieder und ihre Arbeitsstellen sind der Redaktion inzwischen vollständig bekannt und werden ggf. – d.h. wenn es wieder einmal darum gehen sollte, gewalttätige Angriffe des Initiativ e.V. auf proisraelische Demonstranten strafrechtlich zu ahnden – auf Anfrage herausgegeben. Von einer Veröffentlichung sehen wir aber aus Gründen der Wahrung der Persönlichkeitsrechte ab.
[4] Vgl. http://www.wdr.de/themen/politik/nrw/verfassungsschutzbericht/2008/index.jhtml
[5] http://www.ozgurder.org/v2/index.php
[6] Vgl. dazu das Editorial der Prodomo Nr. 11/2009.
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Es ist schon ein liebgewordener Reflex, dass wo immer die Nazis von rechts demokratische Gepflogenheiten für sich in Anspruch nehmen, die Opposition von links nicht all zu weit ist. Anders formuliert, wo immer die braune Scheiße liegt, sind die Fliegen nicht weit. Nun umkreisen diese Fliegen den Kot nicht nur, sondern klären auch gleichzeitig mit der Entdeckung ihren Besitzanspruch. Die Idee, dass es auch im Interesse des Staates liegen könnte, hier ein demokratisches Bedürfnis nach Entfernung des Haufens zu attestieren, will einfach nicht entstehen. Es scheint viel mehr so, als würde der Teil des personifizierten Straßenkampfes nicht aus seiner analen Phase herauskommen können und stattdessen lieber ein Leben lang sich mit dem Kot beschäftigen, respektive spielen zu wollen.
Auf der anderen Seite braucht die Linke auch die Rechte, nicht zuletzt für die eigene Existenz. Nichts verbindet mehr als ein Ziel und sei es nur, um dessen nie zu überwindende Entfernung. Ganze wirtschaftliche Betriebe sind auf den Abflussrohren der rechten Existenz gewachsen. Studierende, die immer noch nicht wussten, wie es nach dem Studium mit ihnen und ihrer Existenz weitergehen soll, verdingen sich in den Expertenrunden und nie endenden Vortragsreihen gegen Rechts. Mit dem kategorischen Zeigefinger lässt sich die monatliche Miete aufbringen und ein bisschen Ruhm und Ehre in dem in sich geschlossenen Zirkel hebt die Stimmung und erhält die Vorstellung, es doch irgendwie nach der Regelstudienzeit geschafft zu haben.
Meist sind die präsentierten Analysen nicht szientifisch, aber apokalyptisch genug, um das aktuelle Buch oder Blättchen zum Thema an den Nachwuchs zu verkaufen. Es wird ein Bedarf in den Unbedarften geschaffen um die eigene Existenz am laufen zu halten. Sicher, diese Republik hat ein Problem mit den Randständigen. Nun kann es aber nicht sein, dass linke Bürgerwehren glauben, es wäre ihre Aufgabe, das Gesetz in die eigene Volksfronthand zu nehmen und im Sinne einer antisemitischen Internationalen a`la KPD die Straßen zu säubern, notfalls auch mit der vorgezogenen Vernichtung von Privateigentum. Die Konsequenz, die daraus folgt, ist nahezu monatlich auf den Straßen und Dörfern zu beobachten. Chronisch unterbesetzte Staatseinheiten in grün machen in der Interaktion zur Durchsetzung von demokratischem Recht keinen Unterschied zwischen den Button behangenen Volksgenossen von links bis rechts. Im Ergebnis gründen beide Fraktionen dann ihre Ermittlungsausschüsse und jammern auf hohem Niveau über „Bullengewalt“ und der Blindäugigkeit auf dem rechten, respektive dem linken.
Am 5. September 2009 wird eine neue Runde des innerdeutschen Wettkampfes um den braunen Haufen eingeläutet. Die Mannschaft mit dem Heimvorteil kämpft aktuell noch um die Freigabe des Spiels, die Auswärtsmannschaft hat sowohl die erste, als auch die zweite Mannschaft aufgestellt um einen Auswärtssieg nach den chronischen Niederlagen endlich einmal zu erringen. Bereits jetzt kann man das Ergebnis aber schon absehen. Mehr als die Zuschauerrolle wird den Auswärtigen nicht zugestanden. Die Erfahrung schlägt die Hybris. Bereits beim ersten Treffen des Koordinierungskreises der Protagonisten der verhinderten Verhinderer wurde klar, dass es mehr bedarf als dem romantischen Kitt aus „Alle auf Antifa“. Das sich sinniger Weise S5 nennende Bündnis (vermutlich steht das S für Scheitern und 5 für das fünfte Mal) konnte sich bei diesem Treffen nicht durchsetzten. Die von Dimitri Tsalos angeführte Widerstandsfraktion wollte einem Verbot von Fahnen nicht nachkommen, verständlich, wenn man ihm mal gegenüber gesessen hat (dabei gibt es doch zahlreiche Präparate und Mittelchen dagegen). Nicht, dass es explizit um Nationalfahnen an sich gehen würde, es ging ausschließlich um den Juden unter den Nationalfahnen.
Man stelle sich die Groteske auch einmal vor, ein gemeinsamer Block aus Folklorelinken, erfolgreich geflüchteten Angehörigen autochoner Völker und natürlich der Verband chronischer Judenhasser. Die Zumutung, in einem Verbund mit blau-weißen Fahnen (in diesem Fall nicht die vom Schalke 04, was in Dortmund sicher auch eine Provokation sein dürfte) zu laufen, wäre ein unüberwindbares Hindernis. Hinzu kam noch die Kontroverse um die Rackets von der Roten Antifa. Dieser eingedeutschte Ableger der türkischen MLKP hat den Ruf, in besonderem Maße ein aufgeklärtes Verhältnis zum weiblichen Geschlecht zu haben. 2008 versuchten sie, ihre feministischen Positionen ausgerechnet auf einer schwul/lesbischen Genderterrorparty in Mülheim an die Frau zu bringen. Die Veranstalter zeigten sich wenig interessiert an der Offerte, welche ihnen von der Roten Antifa gemacht wurde, nämlich, von ihnen „gefickt“ zu werden, nicht mal zur Vermittlung türkisch-kurdischer Bandenkultur.Diese Ablehnung konnten die auf die Triebabfuhr fixierten Jungmänner natürlich nicht auf sich sitzen lassen und ergänzten ihr Angebot unter zu Hilfenahme von weiteren Genossen, das Ganze zu einem Gang Bang zu erweitern. Die Konsequenz war eine Verbannung, zumindest aus den Räumlichkeiten des AZ Mülheim, in aeternum. Es kam dann so, wie es kommen musste. Man verließ die eine Versammlung, um an der zweiten nicht mehr teilzunehmen.
Die Volksgenossen um Tsalos waren deutsch genug, um ihre eigene Klitsche zu gründen.
Die Krudelität nannte und nennt sich „Dortmund quergestellt“. Dieser trojanische Zusammenschluss aus Antisemiten, Islamisten, Minigruppen und Einzelpersonen schaffte es, in wenigen Tagen einen respektablen Internetauftritt zu basteln und darüber hinaus das Who ist Who der linksdeutschen Widerlichkeiten unter einen palästinensischen Hut zu bekommen. Das sich das ganze auch noch „antifaschistisch“ nennt, ist vielleicht auf die Mitglieder aus dem Rheinland zurück zu führen, welche sich zumindest einem Klischee nach das ganze Jahr über im Karneval befinden. Bevor wir uns aber mit den Gruppen und „Antifaschisten“ im Bündnis befassen, noch einmal zum S5 Bündnis zurück.
Das S5 Bündnis besteht ja nun aus relativ verwahrlosten Elendsgestalten, würde so mancher Berliner behaupten. Teile von ihnen kennt man noch von dem Großaufmarsch gegen die Mächtigen der Welt in Rostock. Als kleinen Tribut an das Sonnenblumenhaus zeigte die internationale Linke, dass auch sie wisse, wie man mit Ausländern in Rostock zu verfahren hat. Und in Ermangelung dessen, auch nur in die Nähe des zumindest schützenden Zauns gelangt zu sein, mussten stellvertretend ein paar amerikanische Wagen brennen. Auch wenn diese linke Arbeitsweise Opel im Nachhinein nicht mehr retten konnte, so war man sich und seinem Kollektiv zumindest an diesem Tag ein wenig näher gerückt, am Lagerfeuer der Volksgemeinschaft. Der Zusammenschluss S5 hat eine gewisse Inklination zum scheitern. Dabei geht es nicht mal „Ums Ganze“, aber in den Bestandteilen. Dazu zählt sicher die Aktion, dem Initiativ e.V. (Antifakomitee) aus Duisburg die Unterstützung für seinen Kampf für den Terror durch die Rote Hilfe, zu verhindern ebenso, wie das dümmliche Pamphlet „Decrypt“. Wenn Gruppen wie die 2 Mann Fraktion aus Lüdenscheid, die ELA, es nicht mal schafft, einen kurzen Abriss über die Geschichte der Antifa auf einen der zahlreichen Camps wiederzugeben, wie sollen dann solche Gruppen überhaupt etwas zur Geschichte beitragen?
Nach außen gibt man sich rebellisch Antideutsch oder neuerdings auch gerne mal Antinational um grundsätzlich einer Debatte um die Solidarität mit Israel aus dem Diskursweg zu gehen, und abends hängt man dann gemeinsam mit jenen vermeintlichen Gegnern im antiimperialistischen AZ Lüdenscheid zusammen, um nach dem dritten Schwelmer Bier auf den letzten gemeinsamen Feind anzustoßen, den geringfügig anderen Deutschen. Die Inkonsequenz und Inkompetenz dieses Bündnisses konnte man auch im Verlauf der Diskussion um die Rote Antifa beobachten. Wo immer die Antifa Union, A2K2 etc. marschierte, war die Rote Antifa nicht weit. Den Höhepunkt stellt aber der „Schmuddel Gedenktag“ dar. Nicht nur, dass sich der Zusammenschluss vermeintlich israelsolidarischer Jungantifas ihre Demonstrationen von notorischen Frisösen und Hamasfreunden wie Ulla Jelpke oder Helmut Manz anmelden ließen, man gab ihnen auch noch habituell die Möglichkeit der eigenen Darbietung. Es fehlt zur vollendeten Identität dieser Leute nur noch eine von ihnen in das Leben gerufene Initiative, die sich dafür einsetzt, dass man einen Baum für Adolf Eichmann in der Allee der Gerechten pflanzt.
Diesen Baum gibt es sicher beim Bündnis Dortmund quergestellt, mit einem kleinen geografischen Unterschied. Die Allee der Gerechten steht nicht im Gazastreifen. Hektisch wurde es in der Anstalt des Initiativ e.V.. Die Chance, endlich einmal wieder mit mehr als den üblichen 100 Kalibans durch die Landschaft laufen zu dürfen, wollten sie sich nicht entgehen lassen. Zumal man dadurch dem Citoyen vermitteln kann, dass Moslems ja auch gegen rechts sind. Moslem sind und sollten explizit ein Bestandteil dieses Bündnisses sein. Dafür hat man extra den HDR engagiert. Und wo der HDR ist, sind die Kiezmilizionäre von Pierre Vogel, aka Abu Hamza nicht weit. Ja, flexibel sind die Israelhasser, so imbezil, dass sie jenes über den Koran schmeißen, was vor wenigen Jahren noch disparat war. In dem Bündnis gibt es nämlich auch die Gruppe „Queergestellt“, eine schwul/lesbische Truppe aus Köln, die schon immer mit Moslems zusammen marschieren wollte, um sich vor allem die Bäume und Laternen in Dortmund anzuschauen, an denen sie hängen werden, sollte die Umma auch in Deutschland Einzug halten.
Und da sind wir auch schon mittendrin in der Welt der Imparität.
Allein der Aufruf lässt erahnen, dass es mit dem Finden des Missing link nicht mehr all zu lange dauern wird. So heißt es dort unter anderem:
„Die Brutalität des geplanten Übergriffs von 400 Neonazis auf die 1.Mai-Demonstration des DGB, unter der vor allem kurdische und türkische GewerkschafterInnen zu leiden hatten(…)“
Eine larmoyante Formulierung, die nur aus der internationalen Feder des Initiativ stammen kann. Sie sind übrigens auch die Einzigen, die das so beobachtet haben.
„Die deutschen Neonazis stehen eindeutig in der Tradition der NSDAP.“
Da muss man vermutlich vorher ein Volontariat bei der jungen Welt absolviert haben, um auf diese Analyse zu kommen.
„Mit sozialer und antikapitalistischer Demagogie versuchen diese als “Friedensengel” zu punkten und zielen in Zeiten von Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und Existenzangst auf Menschen im Angesicht sozialen Abstiegs (…)“
Geht es hier noch um „Nazis“ oder schon um die Linkspartei ?
„Der Antikriegstag gehört uns!“
Copyright seit 1933.
Diese schriftliche Armseligkeit wird nur noch durch seine Unterzeichner getoppt. Wie schon eingangs erwähnt, ist alles dabei, was das deutsche Herz erwärmt. Hier sollen aber nur ein paar „Antifaschisten und Kriegsgegner“ Nennung finden
Sevim Dagdelen, Bundestagsabgeordnete Partei DIE LINKE –
„Die linke Friedensbewegung stehe am “Scheideweg”. Entweder, so Dagdelen, werde sie sich “weiter ducken” oder sich “befreien” und gegen Israel aufstehen (…) Wie dieses „Aufstehen gegen Israel aussieht, kann man bei ihren Genossen von der DIDF sehen. Platter Antisemitismus, gepaart mit einer Prise Antiamerikanismus und schon ist das Feindbild fertig, welches die Gewerkschafterin immer wieder propagiert. (1)
Professor Dr. Heinrich Fink, Bundesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) –
Der gute Professor war nicht nur PDS Abgeordneter, sondern darüber hinaus besonders gut informiert. So sehr, dass er sein Wissen gerne mal der STASI zuflüsterte. Falls also einmal Bedarf besteht, einen Kenner mit fundiertem Wissen über das Thema „Überwachungsstaat“ referieren zu lassen, der Professor ist so etwas wie die erste Adresse. (2)
Ulla Jelpke, Bundestagsabgeordnete Partei DIE LINKE –
„Ich halte es für legitim, gegen Zionismus zu sein“, ist nur eines von vielen Bekenntnissen der notorischen Israelhasserin. Wenn sie nicht gerade in der Türkei kurdische Terrororganisationen supported, hält sie somnambule Reden über das Unrecht gegen inzestuöse Völker. (3)
Hermann Dierkes, Vorsitzender der Ratsfraktion DIE LINKE Duisburg –
Dirkes dürfte noch als geschasster Bürgermeisterkandidat aus Duisburg bekannt sein. Nachdem er zum Boykott von jüdischen Waren aufrief, musste er vorübergehend in das zweite Glied treten. Dies hindert ihn aber nicht daran, im Rat der Stadt Duisburg weiter in seinem Hass auf Israel zu suhlen. (4)
Prof. Dr. Wolfgang Dreßen, Büro gegen Rassismus und Militarismus –
Wolfgang Dreßen ist kein Unbekannter: Bereits in den 1980er Jahren publizierte er einen der einflussreichsten Rechtsextremisten der Neuen Rechten in der BRD, Henning Eichberg. Seine Liebe zum “nationalen Sozialismus”, der die “SA” dazu befähigt hätte, sich “nicht in die staatliche Ordnung einbinden” zu lassen, läßt es merkwürdig erscheinen, dass Dreßen eine Arbeitsstelle zur Analyse des Neonazismus leitet. (5)
Joachim Guilliard, Heidelberger Forum gegen Militarismus und Krieg –
Sammelt heute noch 10 Euro für den Irakischen Widerstand. Darüber hinaus glorifiziert er in „Büchern“ Terroristen von Al Kaida bis Hizbollah. (6)
Dr. Florence Hervé, Autorin, Düsseldorf –
Angestellt im Familienbetrieb der Zmrzly (Initiativ e.V.). Als Mitherausgeberin der altbackenen „Frauenzeitschrift“ „Wir Frauen“ lädt sie auch gerne mal zusammen mit Zmrzlys Frau, Melanie Stitz, die Bundesverdienstjüdin Felicia Langer ein, um sie dann gegen Israel hetzen zu lassen. (7)
Sahra Wagenknecht, Mitglied des Parteivorstandes DIE LINKE und der Kommunistischen Plattform –
Die Hummerkommunistin, wenn sie nicht Bilder malt, hat ein durchaus soziales und solidarisches Privatleben. Damals durchsuchte die Polizei ihre Berliner Wohnung, weil ihr Mann einem getarnten STERN Reporter für 35 Millionen Dollar ein gefälschtes Ölgemälde von Leonardo da Vinci angeboten hatte. Wegen Fluchtgefahr erließ das Gericht sogar Haftbefehl gegen Wagenknechts Gatten. Fünf Jahre zuvor, so berichtete die Presse über das Vorleben der erklärten Antikapitalistin, hatte sich der Geschäftsmann, der in einer irischen Steueroase in einem Cottage am Meer lebt, nämlich schon einmal einer Verurteilung entziehen wollen. Damals war er in der Türkei festgenommen worden- in Begleitung seiner Freundin Sahra Wagenknecht, die gerade ein neues Buch über „die verzweifelte Aktualität des Kommunismus“ veröffentlicht hatte. Wegen Kapitalanlagebetruges in 46 Fällen wurde er anschließend zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Kurz danach, am 5. Mai 1997, heiratete ihn die LINKEN-Politikerin- am Geburtstag von Karl Marx (8)
Volker Wendland, Die Kassierer, Bochum –
Mit Lieder (9) wie Komm mach die Titten frei, denn ich will wichsen, oder Rudelfick im Altersheim, sind sie das intellektuelle Flaggschiff des Bündnisses.
Das (Rudelfick im Altersheim – Die Kassierer) Aktionsbündnis 65plus (die Bärenticket – Antifa) ist Teil des Dortmunder Bündnisses gegen Rechts, lässt sich aber separat aufzählen, um die ganze Unterstützung künstlich aufzublähen. Dasselbe gilt für die Linke Dortmund, die DKP, SDAJ, MLPD, Rebell, VVN – Dortmund, DIDF Dortmund, Friedensforum Dortmund, Antinationale Antifa Dortmund und Antifajugend Dortmund.
Die Liste an Hässlichkeiten spricht für sich. Dank der Nazis in Dortmund ist es dem antisemitisch – gefärbten Antiimperialismus gelungen zumindest temporär wieder Fuß in der Metropole „Ruhrgebiet“ zu fassen. Die Dominanz antinationaler und Label – Antideutscher dürfte nach dem 5 September gezählt sein. Es ist aber nicht der Stärke der Antiimps. zu verdanken, sondern beruht auf den Unzulänglichkeiten der Gegenseite von Links. Solange sie sich nicht eindeutig positionieren und die Solidarität mit Israel nicht als eine zu übende Überzeugung wahrnehmen, haben sie auch das verdient, was sie von rechts überholt. Für Antifaschisten wird der 5. September in Dortmund um eine Attraktion reicher. Nun gilt es zweimal hinzuschauen, ob sich hinter dem Transparent Gegen USRAEL noch die nationale, oder schon die internationale Liga der Antisemiten versammelt.
Georg Domkamp
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http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2006/0804/berlin/0044/index.html
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Hubertus Knabe : Honeckers Erben : Die Wahrheit über die Linke Verlag: Propyläen (1. März 2009)
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http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ulla/
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http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/linker-auf-israelfeindlichen-abwegen/
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http://prodomo.50webs.net/9/wo_die_welt_noch_in_ordnung_ist.html
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http://www.hagalil.com/archiv/2003/12/terror.htm
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http://www.friedensforum-duisburg.de/2004/07/dues1307.htm
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http://www.stern.de/panorama/sahra-wagenknecht-kommunistin-loescht-fotos-von-hummer-essen-605400.html und Hubertus Knabe : Honeckers Erben : Die Wahrheit über die Linke Verlag: Propyläen (1. März 2009
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http://www.youtube.com/watch?v=Rtfj8v0r5uY
Veröffentlicht in the ugly German | Verschlagwortet mit Antifa, Antifakomitee, Antisemiten, AZ Lüdenscheid, AZ Mülheim, Bündnis S5, DIDF, Dortmund stellt sich quer, ELA, HDR, Helmut Manz, Initiativ e.V., Islamisten, junge Welt, Linkspartei, MLKP, Muslime gegen rechts, Naziaufmarsch 5 September Dortmund, Pierre Vogel, Queergestellt, Rote Antifa, Sevim Dagdelen, Ulla Jelpke | 1 Kommentar »
Zunächst erscheint der Terminus Diskurspop nicht akzeptabel, hatten doch gerade jene Gruppen, die von den Schreibern der besseren Blätter darunter sublimiert wurden, alles andere als eine aufklärende Wirkung. So mag dann auch die Terminologie „Feuilleton- Musik“, welche einst von der FAZ kreiert wurde, eher zur Klärung der hiesigen Verhältnisse auf dem Markt pseudointellektueller musikalischer Verdinglichung dienen. Die Protagonisten dieser neu geschaffenen Sphäre im Kosmos der Subkulturen sind überschaubar, ähnlich wie ihr Klang, die Optik und die gesamte Attitüde.
Wirkliche Unterschiede finden sich vielleicht in den Nuancen des Rebellischen, dezent Lyrischen. Das Amalgam aller ist die zielbewusste Identifikation über die Sprache, das Deutsche an sich. Der Ursprung dieser Sphäre findet sich in der sogenannten Hamburger Schule. Dieser von der taz erdachte Begriff sollte in Anlehnung an die Frankfurter Schule für etwas Neues, etwas Besseres stehen. Überflüssig zu erwähnen, dass kein Produkt, welches die Hamburger Schule verließ, auch nur im Ansatz dazu gereicht hätte, einen Abschluss auf der Frankfurter Schule zu erzielen.
Zu den wichtigsten Vertretern der Hamburger Schule zählen die Gruppen Blumfeld, Kettcar, Tocotronic, die Sterne und Tomte. Während Blumfeld mittlerweile das Singen aufgegeben haben, sind die anderen umso aktiver, was nicht unmittelbar daran liegt, dass es immer noch en vogue ist, auf Deutsch zu singen und einem vorhandenen Publikum den Gestus des Intellektuellen vorzutragen, sondern vielmehr das liefern, was der Mob fordert. Deutsches für Deutsche. Ich identifiziere mich über meine Sprache, mit meiner Musik, auf meiner Scholle, in meinem Kiez…in meinem Reich.
Zentral vermarktet wird die Deutschtümelei mehr oder weniger von dem ebenfalls aus Hamburg stammenden und von Mitgliedern der Band Tomte und Kettcar erschaffenen Label Grand Hotel van Cleef. Wie bereits konstatiert ist spätestens mit dem Erwachen der Selbstbewussten Nation deutschsprachige Musik in all ihren zum größten Teil Hässlichkeiten ein fester Bestandteil der Postnazistischen Deutschen Unkultur. Von den Böhsen Onkelz bis Rammstein, von Tocotronic bis Wolfsheim, scheint es „keinen Weg zurück“ zu geben, der auch nur den positiven Bezug zu Deutschland aufheben könnte. Alle finden sich zurecht und richten sich ein, im ganzen großen Falschen. Zur wirklichen Vollendung fehlen dann nur noch die Gralshüter der deutschen Presse, welche geschult darin sind, dass ganze in eine Art Fortschritt umzulügen. Der Sozialwissenschaftler Wolfgang Pohrt formulierte es einmal so:“ Wie stets, wenn der Fortschritt ein Rückschritt ist, handelt es sich nun um Konzentrationslager oder Autobahnen, ist Deutschland Avantgarde.“ Aus diesem fortschrittlichen Rückschritt zieht auch die aus dem Umkreis von Hamburg stammende Musikgruppe Tomte ihren Nutzen.
So gaben sich die Musiker um den Sänger Thees Ulmann 1996, noch ausgestattet mit einer Punkattitüde, ihr Debüt. Das Minialbum „Blinkmuffel“ (4 Lieder), welches in einer Gesamtauflage von 1000 Stück vertrieben wurde, zeichnete sich aus durch einfache Reime, die noch fern ab von dem waren, was später einmal exemplarisch für diese Band stehen sollte. Nämlich das Zusammenlaufen von unterschiedlichen Textfragmenten unter dem Banner einer (pseudo)lyrischen Gesamtheit. Es folgte im Jahr 1998 das zweite reguläre Album mit dem Namen „Du weißt was ich meine.“ Auch hier sollte sich noch nicht wirklich jene Sprache finden, mit der es gelingen könnte, sich ein Publikum jenseits der Indidorfdiskos und Studentenwohnheime zu erspielen. Beispielhaft stehen dafür Textpassagen wie
„Jetzt sitz ich hier und resignier dazu gibt´s wahrscheinlich Bier Scheiße, ich wollte, DU wärst hier!
Und es wäre wirklich schön könntest Du mit mir schlafen gehen.“ (Orthografie im Original)
Die ersten kleineren kommerziellen Erfolge konnte die Band 2000 verbuchen. Mit dem Album „Eine Sonnige Nacht“ und dem für das Album gegründeten Label (s.h. oben) sollte es von nun an aufwärts im deutschen Diskurspophimmel gehen. Hier schaffen es Tomte dann auch zum ersten Mal, so etwas wie eine Kritik zu formulieren, man möchte sogar so weit gehen, zu sagen, eine Form von Selbstkritik. So hieß es da
„Ich habe eingesehen, dass wir uns lächerlich machen.“
Weiter ging es drei Jahre später, nach einer Sozialisation durch diverse Touren u.a. mit Tocotronic. Das Ergebnis dieses auf engstem Raum Zusammenlebens ergoss sich in dem Werk „Hinter all diesen Fenstern“. So sehr sich auch auf diesem Album darum bemüht wird mit einer Zweideutigkeit zu spielen, es endet doch kläglich in der Vertonung der Bravo Love Story. Liebe, Herz und Schmerz, all das, was zum Gespött der Volksmusik taugt, findet sich hier wieder, wenn auch ohne Dirndl. Und trotzdem fühlte sich bis dahin nicht der einfache Citoyen angesprochen. Man sah auf den Konzerten jene in sich bewegten Subjekte, die es verstanden, aus den Dörfern in die Städte gekrochen zu kommen, um sich zumindest auf den hiesigen Universitäten für Kunst oder ähnliches einzuschreiben.
Wirklich interessant wurde es dann mit dem bis Dato kommerziellsten Album „Buchstaben über der Stadt“. Mit diesem Tonträger war man dann wohl endgültig mit sich stipuliert, dem Publikum, welches man dezidiert ansprach, zu geben, was es verlangte. So heißt es dann in dem gleichnamigen Lied
„Du sagtest, wir verlieren
Die stärksten und schönsten Söhne der Stadt(…)“ „Ich entschuldige mich für alles
Was ich in Trümmern hinterließ
Aber nicht für meine Bildung(…)“.
Diese zunächst delphisch anmutenden Sätze stehen flagrant für eine Vergangenheit, die man als Teil des deutschen Täterkollektivs am besten vergessen will. Die stärksten und schönsten Söhne, die alles in Trümmern hinterließen, waren die gleichen, die noch Jahrzehnte zuvor auch Teil dessen waren, die als rank und schlank galten, um dann am Fest der Schönheit (Leni Riefenstahl) teilzunehmen. Dass sich für etwas entschuldigt wird, was den Zeilen nach gar nicht vorhanden sein kann, nämlich die Bildung, ist dann auch nur noch schmückendes und belustigendes Beiwerk.
Direkt im Anschluss daran folgt ein anschwellender Bocksgesang. So erklärt uns Tomte in dem Lied „New York“, wie verwirrt dieses Land (USA) doch sei, und vor allem, verhasst. Dieser Hass führt in der Logik Uhlmanns dann auch dazu, dass es nahezu selbstverständlich sein muss, dass diese Stadt (New York) die Stadt mit Loch (Ground Zero) sei. Diese charakteristischen deutschen Ressentiments sind Ausdruck eines tiefverwurzelten Amerikahasses. Die einen singen demzufolge von der Stadt mit Loch, die anderen von „Selbst gemacht“.
Den vorerst letzten Akt gibt die Gruppe in Gestalt des aktuellen Albums „Heureka“. Auch dort finden sich wieder Bausteine, die allegorisch für eine tief verwurzelte Sehnsucht für den kollektiven Malstrom der eigenen, der deutschen Geschichte stehen.
„Und der Morgen hielt eine Idee für dich bereit,
wie die Zukunft dich
und alles um dich heilt.
An Schlaf ist nicht zu denken,
oh, gib mir einen Kuss,
als ob du danach tausend Jahre auf Küssen warten musst.“
Dechiffrieren wir die „Wortkunst“ einmal, so bleiben jene Verben und Zahlenadjektive übrig, die für eine große Idee (Goebbels) in einer ausformulierten tausendjährigen Vorstellung (Reich) der antisemitischen Apologeten stehen. Wirklich peinlich wird es dann noch einmal zum Schluss, wenn Uhlmann seine vermeintlich antifaschistische Ader entdeckt und davon singt, wie er einen Faschisten in Schöna erschoss. Dieses postpubertäre Gehabe dient aber weniger einer politischen Positionierung, als vielmehr dem Ausdruck allgemein deutschem Gewaltfetischismus. Der Applaus, den ihm das Kollektiv dafür erbringt, ist sinnstiftend für die Diktion, mit der er dann auch erklärt, dass es ihm so wenig ausmachte wie dem „Schlachter das Rind“. Nochmals, dass es sich bei dem Erschossenen um einen Faschisten handeln soll, ist nicht mehr als Etikette, im Kern geht es um das, was Joseph Goebbels in seiner Rede am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast zum Besten gab, als er nämlich von der Leidenschaft der Herzen sprach, von der Wahrheit, die es zu ertragen (verteidigen) gilt. Der Habitus, den Uhlmann auch an seine deutschen Hörer vermitteln will, nämlich cogito, ergo sum, verläuft sich in der Dialektik deutscher Barbarei. Käme der Einwand, dass diese Metaphern nur artverwandt und nicht a priori der NS Sprache entliehen sind, man könnte ihn bis zur der Tatsache gelten lassen, als dass es sich nicht um eine x-beliebige Punkband aus Dorfhausen handelt, sondern um, durchaus denkbar, einen zur Reflektion fähigen Bestandteil der Hamburger Schule. „Der manische Blick des Aug in Aug ist verwandt dem Rassenwahn; er will verschworene Gemeinschaft, das Wir sind vom gleichen Schlag.“ Theodor Wiesengrund Adorno-Jargon der Eigentlichkeit Zur deutschen Ideologie-Suhrkamp 1964.
Vielleicht ist es dann auch wieder folgerichtig, weshalb eine Band wie Tocotronic, die sicher über ähnliche Bedeutungslosigkeiten verfügt, sich trotzdem nicht explizit als Teil dieser Schule versteht. Möglicherweise haben sie sich auch einmal mit Max Horkheimer beschäftigt und zumindest so viel verstanden, dass auch er, als Gründer (u.a.) und Förderer der „Frankfurter Schule“ für sich selbst diesen Begriff nie verwendete. Horkheimer, das offenbart dann zumindest die Geschichte, wäre zumindest nicht mit Marcuse oder Habermas auf „Tour“ gegangen.
Georg Domkamp
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Wie es mit der allgemeinen Bildung auf bundesdeutschen Hochschulen und Universitäten bestellt ist, konnte man live via Ticker mitlesen. Der übergeordnete Zusammenschluss mit dem Namen „Bildungsstreik2009“ ließ vom 15. bis zum 19 Juni 2009 Studenten und Schüler marodierend durch die Strassen laufen, um es „denen da oben“ einmal zu zeigen, was man in der Mensa, respektive der Raucherecke, bislang gelernt hatte. Auch die Duisburger (Essener) Sektion hatte sich für die Tage etwas besonderes einfallen lassen, fühlten sie sich doch vom ASTA der UNI Duisburg/Essen im volksgemeinschaftlichen Stich gelassen.
Als Höhepunkt der Aktionstage stand ein Konzert mit dem SAV – Mitglied und Antisemiten David Schultz, aka Holger Burner an. Der „Klassenkampf- Rapper“ sorgt für die Solidität an antisemitischer Kapitalismuskritik, wie man sie auch von den Ideologen der NPD (Jürgen Gansel)oder der jungen Welt (Werner Pirker) her kennt. Dass diese Paupertät über den in sich geschlossenen Zirkel der Roten Antifa, der ASJ-Duisburg (die Krabbelgruppe der FAU-Duisburg), dem SDS oder der ver.di Campus-Gruppe hinaus Anklang fand, ist allerdings nicht bekannt.
Auf der gleichen, wenn auch nicht tonalen Ebene bewegt sich das monatlich erscheinende Elaborat mit dem Namen SoWiSo. Diese „Zeitung“ wird in einer unzumutbaren Insistenz herausgebracht, dass man befürchten muss, dass es wohl so weiter geht. Verantwortlich für diesen evident gedruckten Gedankenmüll, bei dem man auch schon vom Ausdruck einer Imbezillität sprechen kann, ist der Duisburger Jonas Israel (Chefredakteur).
„ Zur Bildung gehört Urbanität, und ihr geometrischer Ort ist die Sprache. Keinem Mensch ist es vorzuhalten, dass er vom Lande stammt, aber auch keiner dürfte daraus sich einen Verdienst machen und dabei beharren; wem die Emanzipation von der Provinz missglückte, der steht zur Bildung exterritorial. Die Pflicht zur Entprovinzialisierung anstelle der hilflosen Nachahmung dessen, was man gebildet hält, wäre von denen, die andere etwas lehren wollen, mit Nachdruck dem eigenen Bewusstsein zuzueignen. Die fortdauernde Divergenz von Stadt und Land, die kulturelle Ungeformtheit des Agrarischen, dessen Überlieferungen unterdessen hinab und nicht mehr zu erwecken sind, ist eine der Gestalten, in denen die Barbarei sich perpetuiert.“ T.W. Adorno Philosophie und Lehrer 1962
Überflüssig an dieser Stelle zu erwähnen, dass der gute Herr Israel aus dem Dorf Elsfleth stammt, welches bezeichnender Weise mit dem Slogan „ Weser, Wasser, weites Land“ wirbt. Die Enormalität an dem Prinzip Nichts muss sich in all den Jahren in besonderer Weise in ihm manifestiert haben. So sehr, dass es ihm, katapultiert in die westliche Zivilisation, bis heute nicht gelingt, vom„Gestammel, durchwachsen von einschränkenden und unbestimmten Phrasen“ (Adorno) abzusehen und er sogar noch die Chuzpe besitzt, daraus ein Heftchen zu machen.
Diesen verschriftlichten Stumpfsinn teilt er aber nicht allein. Zum Stamm der sich im nationalen Widerstand (gegen das verhasste US Empire) befindenden Wohlstandskinder zählen weitere sieben Jungmänner, sowie sechs Frauen (aktuelle Ausgabe). Alle verbindet nicht nur der gemeinsame Wille, den Kampf gegen das Kapital aufzunehmen, sondern sich auch ein für alle mal der deutschen Rechtschreibung zu entledigen.
Bereits das Titelbild, geziert durch einen adipösen Deutschen (Christian Sprenger), eingehüllt in das arabische Vernichtungstuch, liefert eine Ahnung davon, was auf den Leser zukommt. Die Affinität zu den Vernichtungsapologeten der islamischen Umma ist sicher kein Unfall, sondern eher sinnbildlicher Ausdruck dafür, wie sehr man sich mit dem Gedanken solidarisiert, jene Arbeit fortzusetzen, welche die Großeltern nicht mehr schafften.
Die mehr oder minder auf 24 Seiten gedruckten Lächerlichkeiten bedürfen nicht unbedingt einer dezidierten Auseinandersetzung. Meist geht es um Party, Saufen und noch einmal Party. Selbst die Mallorca Zeitung bietet da mehr Inhalt und selbst wenn der Versuch unternommen wird, besonders intelligent zu wirken, beschränkt es sich in der Regel auf die Wiederholung von Synonymen. Auf Seite zwei teilt uns der Autor Markus Lewitzki mit, dass er in der Uni – internen Gruppe „Basteln für Anfänger“ das Wort „Kohorte“ aufgeschnappt hat und sich dessen derart sicher ist, dass er es schafft, eben jenes Wort gleich ganze fünfmal in einer minderwertigen Seite unterzubringen. Hat man dann diese Anhäufung hinter sich gebracht, kann man letztendlich zu der Überzeugung gelangen, dass Lewitzki bis einschließlich heute trauert, es nur bis zum Manipel geschafft zu haben.
Einen weiteren literarischen Höhepunkt stellt die lächerliche Forderung Sony/Bertelsmann zu enteignen dar. Die Begründung hierfür lautet, dass Sony/BMG den Musikmarkt mit unpolitischer Musik überfluten, woraus Mirko Ribbat und Jonas Israel für sich ableiten, dass der „Betroffene“ per se Opfer von gezielter Entpolitisierung ist. Das Subjekt wird in kollektive Schutzhaft genommen und erfährt die „wahren“ Hintergründe erst durch das sich widersetzende Objektiv. So glorifiziert man jene wahrhaften Musikrebellen, die sich gegen die USA bzw. gegen George Bush (als Projektionsfläche) in Stellung gebracht hatten und haben, um sich dann, für Deutsche typisch, ganz und gar dem Antiamerikanismus („als eine Spielart des Antisemitismus“- Prof. Dan Diner) hinzugeben.
Die beiden Autoren wären besser beraten gewesen, einmal genauer hinzuschauen, wen sie da an die antiamerikanische Front schicken. Eine Band wie „System of a Down“ eignet sich allein schon deswegen nicht, weil sie Teil der hohlen Kritik von Ribbat und Israel sind. Richtig ist zwar, dass die Band amerikafeindliche Texte in den musikalischen Umlauf brachte, aber auch nur Dank der Sony/BMG Group, die wiederum die Musik vom US Label „American Records“ (da schmerzt sicher schon der Name) vertreibt (Joint Venture).
Anders verhält es sich bei der Essener Trashmetal Band „Kreator“, welche das Album „Enemy of God“ 2005 unter das (deutsche) Volk brachte. So schlecht das Deutsch der beiden Schreiberlinge ist, so grauenhaft verhält es sich mit ihren Englischkenntnissen. In dem gesamten Machwerk taucht nicht einmal das Wort Amerika, geschweige den George W. Bush auf, wohl aber eine Abscheu gegenüber islamistischen Suicide Bombern. Das Album entstand unter dem Eindruck des Attentats vom 11. September 2001, welches von Petrozza (Sänger der Band) als „verachtenswert“ bewertet wurde. In jeder Silbe des Artikels betreiben die Beiden eher die Kunst der Chiromantie, als vermitteltes Wissen.
Ob die Macher sich noch einmal mit dem reproduzierten Elend auseinandergesetzt haben, ist spekulativ. Als Exzerpt bleibt festzuhalten, dass der ASTA der Uni Du/Essen sich zwar widerstandsfähig gegenüber den Allmachtsträumen der Kinder der Revolution vom 15.-17. Juni zeigte, darüber hinaus aber scheinbar kein Interesse zeigt, für wen und vor allem für was Geld zum Fenster hinaus geworfen wird. Es ist aber auch gut möglich, dass sich doch der eine oder andere vom Vorstand mit der vertretenen Theorie der „Sonntagszeitung“ verbunden fühlt und darüber hinaus Freude an den belanglosen Schmierereien, welche Herr Israel für Comics hält, findet. Vielleicht saß man ja auch schon zusammen und schulte sich gegenseitig in der Kunst der Klecksographie.
Als Einwand für mich selbst ließ ich geltend machen, dass man nicht an jeder Mülltonne schnüffeln muss, schließlich werde man davon nicht schlau, sondern es wird einem höchstens schlecht (Pohrt). Und doch gilt es hier zu intervenieren, bis sich die Mülltonne „SoWISo“ nicht mehr öffnet. Falls die Macher dieses Heftchens sich aber weiterhin „ausdrücken“ wollen, so sei ihnen geraten, dies auf der Toilette zu tun. Bis dahin fordern ich – Enteignet SoWiSo !
Georg Domkamp
Veröffentlicht in the ugly German | Verschlagwortet mit Antiamerikanismus, Antisemitismus, ASJ Duisburg, Holger Burner, Rote Antifa, SAV, SDS Duisburg, SoWiSo, Uni Duisburg/Essen, Verdi | Kommentar schreiben »














